Luzerne  (Medicago sativa L.)

lucerne, alfalfa

Die Luzerne gilt als die älteste kultivierte Futterpflanze und wird häufig „Königin der Futterpflanzen" genannt. Wie andere Leguminosen besitzt die Luzerne die Fähigkeit, mit Hilfe von symbiotischen Knöllchenbakterien (Rhizobien) Stickstoff aus der Luft aufzunehmen und ist dadurch in der Lage, unabhängig vom vorhandenen Stickstoff im Boden Protein zu bilden.
Die Luzerne wird weltweit als Viehfutter angebaut. Im Anbau befindet sich auch die buntblühende Bastardluzerne. Sie ist der natürliche Bastard aus der blau- bis violett blühenden, wärmeliebenden Saatluzerne (Medicago sativa L.) und der nördlicheren, aus raueren Lagen stammenden, gelbblühenden Sichelluzerne (Medicago falcata L.).

Luzerne / Alfalfa (Medicago sativa)

Luzerne / Alfalfa (Medicago sativa)
Luzerne (Medicago sativa)

Wichtigste Merkmale

Die Luzerne ist ausdauernd und deren Wuchshöhe kann bis zu einem Meter betragen (Abb. 1). Der meist etwas behaarte Stängel wächst aufrecht und ist verzweigt. Die Blätter sind 3-zählig und gestielt. Der Mittelnerv der Blättchen läuft in eine deutliche Spitze aus. Die Blättchen sind vorne gezähnt und anliegend behaart. Das mittlere ist gestielt. Der Blütenstand ist vielblütig mit lila, blauvioletten oder purpurnen Blüten (Abb. 2). Die Frucht (eine Hülse) hat 1.5 bis 3 Schraubenwindungen.
Die Pflanze besitzt ein tiefreichendes Wurzelsystem von mehreren Metern Ausdehnung, weshalb sie ungünstige Niederschlagsperioden (Dürren) gut überstehen kann.

Luzerne / Alfalfa (Medicago sativa)

Luzerne / Alfalfa (Medicago sativa)
Luzerne (Medicago sativa)

Standort- und Bewirtschaftungsansprüche

Luzerne wächst vom Tiefland bis ins Berggebiet auf trockenen, kalk- und nährstoffreichen Böden in warmen Lagen (Dietl und Jorquera, 2003). Luzernebestände, die jährlich drei bis viermal genutzt werden, sind während drei Jahren ertragreich. Wird die Luzerne häufiger genutzt verschwindet sie früher.
Falls die Luzerne auf einem Boden ausgesät wird, wo noch nie oder schon lange nicht mehr Luzerne stand, wird eine Saatgutimpfung mit Knöllchenbakterien empfohlen.

Futterbaulicher Wert

Luzerne ist eine wertvolle Futterpflanze. Sie liefert ein eiweissreiches Futter mit tiefem Energiegehalt (Schubiger et al. 2001).

wichtigste Krankheiten

Verticillium Welke (Verticillium albo atrum), Kleekrebs (Sclerotinia trifoliorum), Anthraknose oder südlicher Stängelbrenner (Colletotrichum trifolii), Blattfleckenkrankheiten (Pseudopeziza medicaginis und Leptoshaerulina briosiana).

Sorten

Luzerne wird in Luzerne-Gras-Mischungen eingesetzt, die vor allem für trocken-warme Gebiete empfohlen werden (Suter et al. 2008). Sorten, die für den Anbau in der Schweiz besonders geeignet sind, werden von Suter et al. (2010) aufgelistet.

Literatur

Dietl W, Jorquera M, 2003. Wiesen- und Alpenpflanzen. Landwirtschaftliche Lehrmittelzentrale Zollikofen.

Schubiger FX, Lehmann J, Daccord R, Arrigo Y, Jeangros B, Scehovic J,.2001. Nährwert von Wiesenpflanzen: Verdaulichkeit. Agrarforschung 8 (9): 354-359.

Suter D, Rosenberg E, Frick R, Mosimann E, 2008. Standardmischungen für den Futterbau - Revision 2009-2012, 15(10), Beilage

Suter D, Hirschi HU, Frick R, Bertossa M, 2010. Liste der empfohlenen Sorten von Futterpflanzen 2011-2012. Agrarforschung 1 (10).

Weissklee  (Trifolium repens L.)

trèfle blanc, white clover

Weissklee ist neben Rotklee die wichtigste Leguminose unserer Wiesen und Weiden. In längerdauernden Gras-Weissklee-Mischungen wird zum Beispiel ein Weisskleeanteil von 25-50 % angestrebt. Er gilt als eine Futterpflanze mit hohem Nährwert und als sehr schmackhaft: Kühe fressen bis zu 20 % mehr pro Tag, falls ihnen Futter mit Weissklee vorgesetzt wird, anstatt nur Englisches Raigras (Thomson 1984).

Weissklee (Trifolium repens)

Weissklee (Trifolium repens)

Weissklee (Trifolium repens)
Weissklee (Trifolium repens)

Wichtigste Merkmale

Der Weißklee ist eine ausdauernde Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 20 cm. Er bildet eine kurze Pfahlwurzel und oberirdische, verzweigte Kriechtriebe (Stolone). Das Wurzelwerk reicht nicht tief, weshalb der Weissklee trockenheitsempfindlich ist. An den Knoten der Stolone wachsen Wurzeln und neue Blätter sowie Blütenstiele.
Die Blätter sind lang gestielt und bestehen aus drei scharf gezähnten Blättchen (Teilblättern). Die Blattspreite ist kahl, meist lebhaft grün, häufig tritt eine helle winkelförmige Zeichnung auf.
Die Blütenköpfchen bestehen aus 40 bis 80 Blüten, sind kugelig und stehen an 5 bis 30 cm langen Stielen. Die Einzelblüten sind deutlich gestielt und nach der Blüte hängend. Blütezeit ist Mai bis Oktober. Im Gegensatz zum Rotklee, der hauptsächlich von langrüsseligen Hummelarten bestäubt wird, erreichen beim Weissklee auch die kurzrüsseligen Honigbienen den Nektar.
Die Hülsenfrucht ist abgeflacht, beinhaltet drei bis vier Samen und ist zwischen den Samen eingeschnürt.

Standort- und Bewirtschaftungsansprüche

Weissklee ist in Europa weit verbreitet und besiedelt hauptsächlich Wiesen und Weideland. Er bevorzugt nährstoffreiche, leicht kalkhaltige, lehmige, feuchte Böden und wächst auch in Sandböden. Er kommt in Mitteleuropa von Meeresniveau bis auf über 2200 m ü. M. in den Alpen vor.
Weissklee erträgt eine häufige Nutzung gut. Er ist sehr trittresistent, da er dank den oberirdischen Kriechtrieben rasch regenerieren kann. Mit den Kriechtrieben kann er Lücken rasch neu besiedeln. Weissklee ist die ideale Kleeart für Weiden.

Futterbaulicher Wert

Weissklee ist eine wertvolle Futterpflanze und liefert ein sehr gut verdauliches eiweissreiches Futter. Er ist nutzungselastisch, das heisst sein Energiegehalt nimmt während eines Aufwuchses bedeutend weniger ab als bei den Gräsern (Schubiger et al. 1997 und 2001).
Er eignet sich gleich gut für den Schnitt wie für die Weide. Als Leguminosen versorgt er den Pflanzenbestand mit Stickstoff aus der Luft. Aus diesem Grund und weil er sich als bodendeckende Ausläuferpflanze zur Unkrautunterdrückung eignet, wird der Weißklee sehr geschätzt. Darüber hinaus ist Weissklee eine wichtige Bienentrachtpflanze mit sehr gutem Nektar- und gutem Pollen-Trachtwert.
Wildwachsende Ökotypen und einige Zuchtsorten enthalten cyanogene Glykoside (Linamarin und Lotaustralin), aus denen (unter Mitwirkung von bestimmten Enzymen, ß-Glucosidasen) Blausäure freigesetzt werden, was die Gesundheit der Tiere beeinträchtigen kann (Schubiger et al. 1997). Blausäure hemmt die Cytochrom-Oxidase und blockiert so die Atmungskette in den Mitochondrien. Dies führt zu Sauerstoffmangel in Geweben und zu Krämpfen.
Die cyanogenen Glykoside befinden sich im Zellinnern, die spezifischen Enzyme aber in der Zellwand, so dass erst bei einer Zerstörung der Zelle Blausäure freigesetzt wird (zum Beispiel beim Fressen).
Es können vier Typen von Weissklee unterschieden werden: (1) Pflanzen, welche cyanogene Glykoside und ß-Glucosidasen bilden; (2) Pflanzen die nur cyanogene Glykoside bilden; (3) Pflanzen die nur ß-Glucosidasen enthalten und (4) Pflanzen, die weder Blausäure abspaltende Verbindungen noch entsprechende ß-Glucosidasen besitzen. Ob die Weisskleepflanzen ß-Glucosidasen besitzen oder nicht, spielt für die Freisetzung von Blausäure im Pansen allerdings keine Rolle, da dort eine genügend grosse Menge spezifischer Enzyme vorhanden ist, welche diese Reaktion auslösen können.
Die Menge an freigesetzter Blausäure ist abhängig von der Sorte und von der Jahreszeit. Im Frühjahr und im Herbst bilden die Pflanzen mehr cyanogene Glykoside als im Sommer (Höchstwerte bis 1'700 mg gebildete Blausäure pro kg Trockensubstanz). Je höher der Anteil an Pflanzen einer Sorte mit cyanogenen Glykosiden desto mehr Blausäure wird von der Sorte gebildet.
Natürlich vorkommende Ökotypen von Weissklee können ebenfalls hohe Gehalte an cyanogenen Glykosiden aufweisen. Ein Grund mehr, auch in Naturwiesen den Anteil an Weissklee unter 50 % zu halten.
Eine Konservierung des Futters reduzierte die spätere Freisetzung von Blausäure. Im Freien getrockneter Weissklee bildete nur noch 85 % und als Silage konservierter Weissklee nur noch 76 % der Blausäuremenge, die frischer Weissklee freisetzte.

wichtigste Krankheiten

Phyllodie (Mykoplasmen), Kleekrebs (Sclerotinia trifoliorum), Kleeschwärze (Cymadothea trifolii)

Schweizer Sorten

Weissklee ist eine wichtige Kleeart in intensiv zu nutzenden 3 und mehrjährigen Gras-Weissklee-Mischungen (Suter et al. 2008). Die grossblättrigen Ladino-Typen eignen sich für die Mähnutzung, die kleinblättrigen für Weiden. Folgende Sorten aus Schweizer Züchtung sind besonders geeignet für den Anbau in der Schweiz (Suter et al. 2010):
Grossblättrige Formen: Apis, Bombus, Fiona

Literatur

Dietl W, Jorquera M, 2003. Wiesen- und Alpenpflanzen. Landwirtschaftliche Lehrmittelzentrale Zollikofen.

Schubiger FX, Bosshard HR, Lehmann J, 1997. Futterwert von Weissklee. Agrarforschung 4 (2): 75-78.

Schubiger FX, Lehmann J, Daccord R, Arrigo Y, Jeangros B, Scehovic J,.2001. Nährwert von Wiesenpflanzen: Verdaulichkeit. Agrarforschung 8 (9): 354-359.

Suter D, Rosenberg E, Frick R, Mosimann E, 2008. Standardmischungen für den Futterbau - Revision 2009-2012, 15(10), Beilage

Suter D, Hirschi HU, Frick R, Bertossa M, 2010. Liste der empfohlenen Sorten von Futterpflanzen 2011-2012. Agrarforschung 1 (10).

Thomson DJ, 1984. The nutritive value of white clover. In: Thomson, D.J. (ed.) Forage legumes. British Grassland Society Occassional Symposium 16, 78-92.

Schotenklee  (Lotus corniculatus L.)

Lotier corniculé ou Lotier commun; bird's (foot) trefoil

Synonyme: Hornschotenklee, Wiesen-Hornklee

Wichtigste Merkmale

Schotenklee (Lotus corniculatus) ist eine ausdauernde Leguminose (Abb. 1). Er bildet zahlreiche, 10-40 cm lange, bogig aufsteigende Stängel. Nach dem Schnitt entstehen die neuen Triebe aus den Achselknospen der Stoppeln. Die Blätter sind 5 zählig: die 2 unteren Teilblätter nahe am Stängel sitzend, die 3 oberen etwas davon entfernt und kurz gestielt. Die Blüten sind gelb, vor dem Aufblühen oft rötlich, etwa 5 Blüten sind doldenförmig angeordnet. Er blüht vom späten Frühling bis in den Herbst. Schotenklee hat eine tiefgehende Pfahlwurzel mit vielen Seitenwurzeln (Dietl und Jorquera 2003).

Schotenklee (Lotus corniculatus)

Schotenklee (Lotus corniculatus)

Schotenklee (Lotus corniculatus)
Abb. 1. Schotenklee oder Wiesen-Hornklee (Lotus corniculatus)

Schotenklee (Lotus corniculatus)
Abb. 2. Die Hülsen mit den Samen des Schotenklees sind gerade.

Standort- und Bewirtschaftungsansprüche

Schotenklee ist anspruchslos und gedeiht auf kalkreichen, trockenen Böden am besten. Er erträgt Trockenperioden gut und ist winterfest. Er ist in wenig intensiv genutzten Mähwiesen und Dauerweiden verbreitet. Schotenklee wird in Saat-Mischungen für ausdauernde Heuwiesen und Weiden für höhere Lagen verwendet (Suter et al. 2008).

Futterbaulicher Wert

Schotenklee enthält viele Tannine.

Sorten

An der Forschungsanstalt Agroscope ART wird Schotenklee züchterisch bearbeitet, bis jetzt hat leider noch keine Sorte die hohe Hürde der Schweizerischen Sortenprüfung geschafft. Die für die Schweiz empfohlenen Sorten des Schotenklees werden bei Suter et al. 2010 aufgelistet.

Literatur

Dietl W, Jorquera M, 2003. Wiesen- und Alpenpflanzen. Landwirtschaftliche Lehrmittelzentrale Zollikofen.

Suter D, Rosenberg E, Frick R, Mosimann E, 2008. Standardmischungen für den Futterbau - Revision 2009-2012, 15(10), Beilage

Suter D, Hirschi HU, Frick R, Bertossa M, 2010. Liste der empfohlenen Sorten von Futterpflanzen 2011-2012. Agrarforschung 1 (10).

Esparsette  (Onobrychis viciifolia Scop.)

esparcette; sainfoin

Die mehrjährig ausdauernde Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia oder O. sativa), auch Futter-Esparsette genannt, ist ein Schmetterlingsblütler, der vor allem als Trockenfutterpflanze Verwendung findet (Onos griech. = Esel, brychein = verzehren).
Man unterscheidet zwei Unterarten:

  • var. communis: Die gewöhnliche Esparsette blüht nur im ersten Aufwuchs, sie ist blattreich und ausdauernd.
  • var. bifera: blüht mehrmals das ganze Jahr über, ist aber kurzlebig.

Esparsette (Onobrychis viciifolia)

Esparsette (Onobrychis viciifolia)

Esparsette (Onobrychis viciifolia)

Esparsette (Onobrychis viciifolia)
Esparsette (Onobrychis viciifolia)

Wichtigste Merkmale

Esparsette besitzt aufrechte Stängel. Die Blätter sind unpaarig gefiedert, die regelmässig geformten Teilblätter haben eine feine Spitze (Dietl und Jorquera 2003). Die Blüten sind rosa bis purpurn und sind in langen, ährigen Trauben angeordnet. Esparsette hat eine tiefreichende Pfahlwurzel.

Standort- und Bewirtschaftungsansprüche

Esparsette bevorzugt warme, sonnige Lagen. Lang anhaltende Schneedecken erträgt sie schlecht (Kleekrebs). Sie bevorzugt kalkhaltige, leicht durchlässige, steinige Böden. Esparsette leidet unter einem frühen ersten Schnitt, dieser soll erst bei beginnender bis voller Blüte erfolgen. Sie wird durch häufige Nutzung verdrängt.

Futterbaulicher Wert

Esparsette enthält viele kondensierte Tannine. Die Erträge sind deutlich kleiner als bei Rotklee oder Luzerne.

wichtigste Krankheiten

Kleekrebs (Sclerotinia trifoliorum), Braunfleckenkrankheit (Stemphylium sarciniforme)

Schweizer Sorten

Folgende Sorten aus Schweizer Züchtung sind besonders geeignet für den Anbau in der Schweiz (Suter et al. 2010): Perly, Perdix. Sie können in wenig intensiv genutzten Klee-Gras-Mischungen (2-3 mal) eingesetzt werden (Suter et al. 2008).

Literatur

Dietl W, Jorquera M, 2003. Wiesen- und Alpenpflanzen. Landwirtschaftliche Lehrmittelzentrale Zollikofen.

Suter D, Rosenberg E, Frick R, Mosimann E, 2008. Standardmischungen für den Futterbau - Revision 2009-2012, 15(10), Beilage

Suter D, Hirschi HU, Frick R, Bertossa M, 2010. Liste der empfohlenen Sorten von Futterpflanzen 2011-2012. Agrarforschung 1 (10).

Perserklee  (Trifolium resupinatum L.)

trèfle de Perse; Persian clover oder reversed clover

Synonym: umgewendeter Klee

Perser- und Alexandrinerklee stammen aus dem östlichen Mittelmeergebiet. Seit den 60er Jahren werden diese beiden Arten auch nördlich der Alpen angebaut und haben sich als wichtige Gemengepartner im Zwischenfutterbau etabliert (Suter et al. 2010).

Perserklee (Trifolium resupinatum)

Perserklee (Trifolium resupinatum)

Perserklee (Trifolium resupinatum)

Perserklee (Trifolium resupinatum)
Perserklee (Trifolium resupinatum); wird wegen seiner um 180° gedrehten Blüten auch umgewendeter Klee genannt
 

Wichtigste Merkmale

Perserklee hat einen hohlen, aufrechten und verzweigten Stängel. An den Knoten ist der Stängel auffällig eingeschnürt (Dietl und Jorquera 2003). Die Blätter sind 3zählig, die Teilblätter verkehrt eiförmig und der Blattrand fein gezähnt. Die Blüten sind rosa bis violett. Die Fahne der Einzelblüte liegt unten (180° um die Längsachse gedreht), deshalb auch die Bezeichnung umgewendeter Klee. Perserklee hat eine kräftige Pfahlwurzel mit zahlreichen Seitenwurzeln.

Standort- und Bewirtschaftungsansprüche

Perserklee gedeiht am besten auf nährstoffreichen Böden mit guter Wasserversorgung an warmen Lagen. Er ist frostempfindlich und deshalb nicht überwinternd. Er ist rasch wachsend und unterdrückt das Unkraut. Perserklee ist geeignet für den Anbau in einjährigen Mischungen für den Herbst-Zwischenfutterbau oder zur Ganzjahresnutzung (Alexandriner-Perserklee-Raigras-Mischungen) (Suter et al. 2008). Er erträgt Gülle gut. In der Folgekultur ist kein Durchwuchs zu befürchten.

Futterbaulicher Wert

Perserklee ist eine wertvolle Futterpflanze, die ein eiweiss- und energiereiches Futter liefert. Er ist geeignet für die Grünfütterung und bedingt für die Silage, aber nicht für die Trocknung und Weidenutzung.

wichtigste Krankheiten

Kleeschwärze (Cymadothea trifolii), Kleekrebs (Sclerotinia trifoliorum)

Literatur

Dietl W, Jorquera M, 2003. Wiesen- und Alpenpflanzen. Landwirtschaftliche Lehrmittelzentrale Zollikofen.

Suter D, Rosenberg E, Frick R, Mosimann E, 2008. Standardmischungen für den Futterbau - Revision 2009-2012, 15(10), Beilage

Suter D, Hirschi HU, Frick R, Bertossa M, 2010. Liste der empfohlenen Sorten von Futterpflanzen 2011-2012. Agrarforschung 1 (10).

Rotklee / Wiesenklee  (Trifolium pratense L.)

trèfle violet, red clover

Rotklee ist ausserordentlich formenreich, wobei es vielfach unmöglich ist, die einzelnen Varietäten nach morphologischen Merkmalen sicher abzugrenzen. Aus der Sicht der Landwirtschaft können drei Formen (var.) unterschieden werden:

  • Der Wiesenrotklee (var. spontaneum Willk.), die Wildform, ist von gedrungenem Wuchs, blüht besonders früh und langanhaltend und ist ausdauernd.
  • Der Kultur-Rotklee (var. sativum (Crome) Schreber) ist ertragreicher aber kurzlebiger als die Wildform. Die meist nur zweijährigen Sorten des Kultur-Rotklees werden in der Schweiz als Ackerklee bezeichnet.
  • Der amerikanische Rotklee (var. expansum Hausskn.) unterscheidet sich von den europäischen Rotkleesorten durch die starke Behaarung des Stängel. Unter unseren Anbaubedingungen ist er dem Ackerklee meistens unterlegen.

Eine Sonderstellung nimmt der Schweizer Mattenklee ein. Er blüht früher als der Ackerklee und ist ausdauernder als dieser. Seine Heimat ist hauptsächlich das voralpine Hügelgebiet. Die Bauernschaft dieser Gegend hat sich seit der Einführung der Kleegraswirtschaft mit Rotkleesaatgut aus den eigenen Anlagen versorgt. Sie achtete darauf, dass nur Samen von älteren Anlagen geerntet wurden. Dadurch fand bewusst eine Selektion auf Ausdauer statt (Nüesch 1976).

Rotklee (Trifolium pratense)

Rotklee (Trifolium pratense)

Rotklee (Trifolium pratense)

Rotklee (Trifolium pratense)
Rotklee (Trifolium pratense)

Wichtigste Merkmale

Der Rotklee ist eine ausdauernde krautige Pflanze. Er kann 10 bis 100 cm hoch wachsen. Der aufrechte oder aufsteigende Stängel ist kahl bis dicht behaart. Die gestielten Laubblätter sind dreiteilig gefiedert. Die eiförmigen bis länglich ovalen Blättchen sind auf beiden Seiten fein behaart, ganzrandig und weisen einen hellen Fleck in der Mitte auf. Die locker behaarten Nebenblätter sind mit dem Blattstiel verwachsen und laufen in eine grannenartige Spitze aus.
Rotklee blüht von Mai bis Oktober. Die Blütenköpfe sind kugelig und enthalten zahlreiche rosa bis rotviolette Blüten. Die Blüten werden meist durch langrüsselige Hummeln bestäubt (Fremdbestäubung). Rotklee bildet eine kräftige, bis über 50 cm tiefe Pfahlwurzel und starke Seitenwurzel.

Standort- und Bewirtschaftungsansprüche

Rotklee wächst in mässig trockenen bis frischen, nährstoffreichen Wiesen. Man findet ihn sowohl in Pflanzenbeständen des Mittellandes wie auch in den Zentralalpen bis 2600 m ü. M. (Hegi 1964).

Futterbaulicher Wert

Rotklee ist eine sehr gute Futterpflanze. Sie liefert eiweissreiches und gut verdauliches Futter (Schubiger et al. 1998 und 2001).
Rotklee enthält Formononetin, ein Isoflavon, das bei Schafen und Rindern Fruchtbarkeitsstörungen verursachen kann (Schubiger und Lehmann 1994). Neben Formononetin kommen auch noch dessen Abbauprodukte Daidzein und Equol vor. Weitere Stoffe mit östrogener Wirkung im Rotklee sind Biochanin A und dessen Abbauprodukt Genistein. Die Gehalte an Formononetin schwanken zwischen 5 g/kg TS und 10 g/kg TS im ersten Aufwuchs. Der Sommeraufwuchs hat einen geringeren Gehalt. Blätter enthalten mehr Formononetin als Stängel.
Als Leguminose hat der Rotklee die Fähigkeit, mit Hilfe von symbiotischen Knöllchenbakterien (Rhizobium trifolii), Stickstoff aus der Luft aufzunehmen und Proteine zu bilden. Einen Teil dieses Stickstoffes können auch die Gräser im Bestand nutzen.

wichtigste Krankheiten

Rotklee dient einer Vielzahl von Parasiten und Pathogenen als Wirt. Die wichtigsten sind: Kleeteufel (Orobanche minor), Stängelälchen oder Stängelnematoden (Ditylenchus dipsaci), echter Mehltau (Erysiphe polygoni), Kleekrebs (Sclerotinia trifoliorum) und der Südliche Stängelbrenner (Colletotrichum trifolii).

Schweizer Sorten

Rotklee spielt eine wichtige Rolle im schweizerischen Futterbau. In den meisten Standardmischungen ist er während des ersten Hauptnutzungsjahres die wichtigste Leguminose (Suter at al. 2008). Mattenkleesorten sind Rotkleezüchtungen, die aus alten einheimischen Hofsorten durch strenge Selektion entstanden sind. Sie sind sehr ausdauernd. Sorten mit einer wesentlich kürzeren Ausdauer werden als Ackerklee bezeichnet. Mattenkleesorten werden in Italienisch Raigras-Klee-Mischungen und in Mattenklee-Gras-Mischungen eingesetzt. Der Ackerklee wird in Gras-Weissklee-Mischungen verwendet.
Rotklee ist in der Natur diploid (2n = 14 Chromosomen). Mit einer Behandlung der Keimlinge mit Cholchizin (Mitosegift) kann der Chromosomensatz verdoppelt werden (4n = 28 Chromosomen). Die so entstandenen tetraploiden Rotkleepflanzen wachsen üppiger.
Folgende Sorten aus Schweizer Züchtung sind besonders geeignet für den Anbau in der Schweiz (Suter et al. 2010):
Diploider Mattenklee: Dafila, Formica, Lestris, Merula, Milvus, Pavo, Corvus
Tetraploider Mattenklee: Astur, Elanus, Fregata, Larus, Carbo
Weiderotklee (Boller et al. 2012): Pastor

Literatur

Boller B, Tanner P, Schubiger FX, 2012. Pastor: ein neuer, für die Weide geeigneter Rotklee. Agrarforschung Schweiz 3(1), 20-27

Dietl W, Jorquera M, 2003. Wiesen- und Alpenpflanzen. Landwirtschaftliche Lehrmittelzentrale Zollikofen.

Hegi G,1964. Illustrierte Flora on Mittel-Europa. Vol. 4 Part. 3, Carl Hansen Verlag München.

Nüesch B, 1976. Untersuchungen und Beobachtungen an Hofsorten des Schweizer Mattenklees. Schweizerische Landwirtschaftliche Forschung 15: 401-410.

Schubiger FX, Lehmann J,1994. Stoffe mit östrogener Wirkung in Rotkleesorten. Agrarforschung 1 (8), 361-363.

Schubiger FX, Bosshard HR, Lehmann J, 1998. Futterwert von Rotklee. Agrarforschung 5 (4): 181-184.

Schubiger FX, Lehmann J, Daccord R, Arrigo Y, Jeangros B, Scehovic J,.2001. Nährwert von Wiesenpflanzen: Verdaulichkeit. Agrarforschung 8 (9): 354-359.

Suter D, Rosenberg E, Frick R, Mosimann E, 2008. Standardmischungen für den Futterbau - Revision 2009-2012, 15(10), Beilage

Suter D, Hirschi HU, Frick R, Bertossa M, 2010. Liste der empfohlenen Sorten von Futterpflanzen 2011-2012. Agrarforschung 1 (10).

Alexandrinerklee  (Trifolium alexandrinum L.)

trèfle d'Alexandrie; berseem

Alexandriner- und Perserklee stammen aus dem östlichen Mittelmeergebiet. Seit den 60er Jahren werden diese beiden Arten auch nördlich der Alpen angebaut und haben sich als wichtige Gemengepartner im Zwischenfutterbau etabliert (Suter et al. 2010).

Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum)

Alexandriner 11 1

Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum)
Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum)

Wichtigste Merkmale

Alexandrinerklee hat einen hohlen, aufrechten und verzweigten Stängel. (Dietl und Jorquera 2003). Die Blätter sind 3zählig, die länglich-ovalen Teilblätter sind ungestielt und der Blattrand ist nur undeutlich gezähnt. Die Blüten sind gelblich-weiss, blüht im Sommer und Herbst. Alexandrinerklee hat eine kurze Pfahlwurzel mit zahlreichen Seitenwurzeln.

Standort- und Bewirtschaftungsansprüche

Alexandrinerklee gedeiht am besten auf nährstoffreichen Böden mit guter Wasserversorgung an warmen Lagen. Er ist frostempfindlich und deshalb nicht überwinternd. Er ist rasch wachsend und unterdrückt das Unkraut. Perserklee ist geeignet für den Anbau in einjährigen Mischungen für den Herbst-Zwischenfutterbau oder zur Ganzjahresnutzung (Alexandriner-Perserklee-Raigras-Mischungen) (Suter et al. 2008). Alexandrinerklee wird häufig auch als Deckfrucht bei der Neuanlage von drei- und mehrjährigen Mischungen eingesetzt (Starterklee). Er erträgt Gülle gut. In der Folgekultur ist kein Durchwuchs zu befürchten.

Futterbaulicher Wert

Perserklee ist eine wertvolle Futterpflanze, die ein eiweiss- und energiereiches Futter liefert. Er ist geeignet für die Grünfütterung und bedingt für die Silage, aber nicht für die Trocknung und Beweidung.

wichtigste Krankheiten

Kleeschwärze (Cymadothea trifolii), nördlicher Stängelbrenner (Kabatiella caulivora), Kleekrebs (Sclerotinia trifoliorum)

Literatur

Dietl W, Jorquera M, 2003. Wiesen- und Alpenpflanzen. Landwirtschaftliche Lehrmittelzentrale Zollikofen.

Suter D, Rosenberg E, Frick R, Mosimann E, 2008. Standardmischungen für den Futterbau - Revision 2009-2012, 15(10), Beilage

Suter D, Hirschi HU, Frick R, Bertossa M, 2010. Liste der empfohlenen Sorten von Futterpflanzen 2011-2012. Agrarforschung 1 (10).

Futterleguminosen

Die Hülsenfrüchtler (Familie der Fabaceae oder Leguminosae), auch Leguminosen genannt, sind eine der artenreichsten Pflanzenfamilien. Die Hülsenfrüchtler haben ihren Namen von der „Hülse", der typischen Frucht der Leguminosen.
Die meisten Leguminosen leben in einer mutualistischen Symbiose mit Bakterien (Rhizobien). Die Bakterien leben in den Wurzelknöllchen und besitzen die Fähigkeit elementaren, molekularen Stickstoff zu binden und in biologisch verfügbare Verbindungen zu überführen. Davon profitiert die Pflanze zuerst einmal selbst. Ein Teil der Stickstoffverbindungen bleibt im Boden und nachfolgende Kulturen können ihn aufnehmen. Leguminosen tragen dadurch viel zur Fruchtbarkeit des Bodens bei (Gründüngung), beziehungsweise sind dadurch in extrem stickstoffarmen Böden erst lebensfähig.

Klee-Gras Mischungen
Futterleguminosen wie Rot- und Weissklee werden meistens in Klee-Gras Mischungen verwendet.

Zahlreiche wichtige Futterpflanzen gehören zu den Leguminosen. Die Luzerne (Medicago sativa) ist wohl die am weitesten verbreitete Futterleguminose. In der Schweiz werden vor allem der Rotklee (Trifolium pratense) und der Weissklee (T. repens) als Futterpflanze verwendet. Weitere für die Schweizer Landwirtschaft wichtige Kleearten sind Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum), Perser Klee (T. resupinatum), Inkarnat-Klee (T. incarnatum) und Schotenklee (Lotus corniculatus). Auch Esparsette (Onobrychidis viciifolia) wird gelegentlich ausgesät.
Kleeanbau ist in ganz Europa und Nordamerika weit verbreitet. Er erstreckt sich auch um das ganze Mittelmeer inklusive der afrikanischen Anrainerstaaten bis nach Asien. In Australien und Neuseeland findet Kleeanbau in beträchtlichem Masse statt.
Klee wird als Futtermittel eingesetzt und kann sowohl als Grünfutter genutzt werden, als auch siliert oder zu Heu getrocknet werden. Klee wird vor allem wegen seines hohen Anteils an verdaulichem Eiweiß verfüttert.
Viele Kleearten enthalten schädliche Stoffe, die beim Vieh Krankheitssymptome auslösen können:

  • Einige Kleearten enthalten Thiocyanate, die bei Tieren phototoxische Reaktionen hervorrufen und zu einer Überempfindlichkeit gegenüber Licht führen. Diese Erkrankung wird Trifoliose oder Kleekrankheit genannt. Sie äußert sich in geröteten und geschwollenen Augenlidern und Lippen, auch andere ungeschützte Hautpartien können betroffen sein. Trifoliose tritt vor allem bei Pferden, Rindern und Schafen auf.
  • Bei Rindern kann es nach der Aufnahme von jungem Klee zu einer schaumigen Gärung der löslichen Proteine kommen. Gärgase können dann nicht mehr entweichen und der Pansen bläht sich auf (Pansentympanie).
  • In Klee enthaltene cyanogene Glykoside, vor allem Linamarin und Lotaustralin (Bsp. Weissklee), können zur Blockierung der Atmungskette und zu Krämpfen führen.
  • Phytoöstrogene, vor allem verschiedene Isoflavone, aus Klee können zu Fruchtbarkeitsstörungen führen.

Unterkategorien