Knaulgras  (Dactylis glomerata L.)

dactyle aggloméré, cocksfoot

Das ausdauernde Knaulgras ist ein typisches Horstgras. Es bildet nur kurze Rhizome mit starker Bewurzelung. Wiesenbestände mit viel Knaulgras sind, gerade weil es ein Horstgras ist, oft locker und daher lückig. Es erträgt die Gülle schlecht. Eine alte Bauernregel sagt: „Knaulgras und Gülle, bringen Unkraut in Fülle".
Knaulgras kann sich an verschiedenste Bedingungen anpassen, es ist winterfest und trockenheitsresistent. Es hat ein hohes Ertragspotenzial mit gleichmässiger Verteilung auf die einzelnen Schnitte.

Knaulgras (Dactylis glomerata)

Knaulgras (Dactylis glomerata)
Abb. 1. Im Frühling bildet das Knaulgras (Dactylis glomerata) raue Halme mit Rispen.

Wichtigste Merkmale

Knaulgras ist durch seine blau- bis graugrüne Färbung und den ovalen Stängelquerschnitt leicht zu erkennen. Die jungen Blätter sind flachgedrückt und gefaltet. Die Blattoberseite ist sehr fein gerillt oder glatt und rau. Die matte Blattunterseite und die Blattscheide haben einen ausgeprägten Kiel. Knaulgras hat ein sehr langes Blatthäutchen (3-4 mm, Stängelblätter bis 10 mm lang), das spitzig oder geschlitzt sein kann.
Während des ersten Aufwuchses bildet das Knaulgras kräftige raue Halme mit Rispen. Am Ende der meist verzweigten Rispenäste befinden sich die knäuelförmigen Ährchen (Knäuelgras).

Standort- und Bewirtschaftungsansprüche

Knaulgras wächst auf trockenen und feuchten Böden und gedeiht am besten in nährstoffreichen mittel intensiv genutzten Wiesen. Es ist auf gelegentliche Versamung angewiesen, ansonsten verschwindet es aus dem Bestand.

Futterbaulicher Wert

Knaulgras liefert einen hohen Ertrag. Das Futter hat aber einen wesentlich tieferen Nettoenergiegehalt als dasjenige der Raigräser (Schubiger et al. 1997 und 1998). Blätter und Halme sind häufig rau und schlecht verdaulich. Die Futterpflanzenzüchter versuchen deshalb den Futterwert des Knaulgrases zu verbessern.
In trockenen Lagen kann das Knaulgras die Ertragssicherheit verbessern.

wichtigste Krankheiten

Schweizer Züchtungen sind weitgehend resistent gegen den Schwarzrost (Puccinia graminis) und den Gelbrost (P. striiformis). Hingegen können Blattfleckenerreger (Mastigosporium rubricosum und Rhynchosporium orthosporum) den Ertrag und die Futterqualität beeinträchtigen.

Ansaaten mit Schweizer Sorten

Die Sorten unterscheiden sich in der Frühreife und werden deshalb in früh und spät reifende Sorten eingeteilt. Knaulgras wird unter anderem in Italienisch Raigras-Klee-Mischungen und in Gras-Weissklee-Mischungen verwendet (Suter et al. 2008). Folgende Sorten aus Schweizer Züchtung sind für den Anbau in der Schweiz besonders gut geeignet (Suter et al. 2010):
Frühe Sorte: Reda
Späte Sorte: Prato, Beluga

Knaulgras (Dactylis glomerata)

Knaulgras (Dactylis glomerata)
Abb. 2. Knaulgras (Dactylis glomerata)

Literatur

Dietl W, Lehmann J, Jorquera M, 1998. Wiesengräser. Landwirtschaftliche Lehrmittelzentrale Zollikofen

Schubiger FX, Bosshard HR, Lehmann J, 1997. Nährwert von Knaulgras- und Rohrschwingelsorten. Agrarforschung 4 (6): 245 - 248.

Schubiger FX, Bosshard HR, Lehmann J, 1998. Nettoenergiegehalt von Futtergräsern. Agrarforschung 5 (5): 245-248.

Suter D, Rosenberg E, Frick R, Mosimann E, 2008. Standardmischungen für den Futterbau - Revision 2009-2012, 15(10), Beilage

Suter D, Hirschi HU, Frick R, Bertossa M, 2010. Liste der empfohlenen Sorten von Futterpflanzen 2011-2012. Agrarforschung 1 (10).