Titelbild Pflanzenkrankheiten - Schädlinge

Pflanzenkrankheiten und Schädlinge

Aphis pomi (Gruene Apfelblattlaus)

Grüne Apfelblattlaus

puceron vert du pommier (franz.); green apple aphid (engl.)

wissenschaftlicher Name: Aphis pomi DeGeer

Taxonomie: Animalia, Arthropoda, Insecta, Pterygota, Hemiptera, Sternorrhyncha, Aphididae

Die Grüne Apfelblattlaus (Aphis pomi) macht keinen Wirtswechsel und bleibt das ganze Jahr über auf den Apfel-, Birn- oder Quittenbäumen. Ab Juni besiedelt sie vorwiegend stark wachsende einjährige Triebe und saugt Pflanzensaft aus den Blättern. Dabei scheidet sie viel Honigtau aus, der später von Russtaupilzen besiedelt wird. Bei der Regulierung der grünen Apfelblattlaus sind Nützlinge (Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen und andere) von grosser Bedeutung. Eine vorbeugende Bekämpfung der Blattläuse ist mit Seifenpräparaten, Rapsöl oder Quassiaextrakten möglich.

Gruene Apfelblattlaus (Aphis pomi)Abb. 1. Die grüne Apfelblattlaus (Aphis pomi) besiedelt vorwiegend stark wachsende Triebe.

Schadbild

Die grüne Apfelblattlaus besiedelt vorwiegend die Blätter von stark wachsenden einjährigen Trieben (Wasserschosser). Die Läuse befinden sich dort in Kolonien auf der Blattunterseite (Abb. 1) oder an der Triebspitze wo sie Pflanzensaft saugen. Die Blätter sind nicht verfärbt, sondern lediglich über die Blattspitze eingerollt. Ein starker Befall kann besonders bei jungen Bäumen zu einem reduzierten Wachstum des Haupttriebes und zu einem verstärkten Wachstum der Seitentriebe führen. Die Läuse scheiden grosse Mengen an Honigtau aus, was zu Russtaubildung (auch auf den Früchten) führt.

Grüne Apfelblattlaus (Aphis pomi)Abb. 2. Grüne Apfelblattlaus (Aphis pomi) haben auffallend dunkle Hinterleibsröhren (Siphonen).

Schädling

Die Eier sind glänzend schwarz (Sutton et al. 2014). Die ungeflügelten, circa 2 mm langen, rundlichen Blattläuse sind zuerst dunkelgrün, später hell- bis gelbgrün. Beine, Fühler (Antennen) und Hinterleibsröhren (Siphonen) sind annähernd schwarz (Abb. 2). Sowohl die Fühler als auch die Hinterleibsröhren sind kürzer als diejenigen der mehligen Apfelblattlaus (Dysaphis plantaginea). Der Hinterleib endet mit einem fingerförmigen, dunkel gefärbten Schwänzchen (Cauda).
Die Larven (Nymphen) häuten sich viermal, bevor sie das Erwachsenenstadium erreichen. Innerhalb der Blattlauskolonie findet man viele abgelegte, weisse Larvenhäute, die nach der Häutung abgestreift wurden (Exuvien).
Der Kopf und die Brust (Thorax) der geflügelten Läuse sind schwarz.

Lebenszyklus

Die Grüne Apfelblattlaus vollzieht keinen Wirtswechsel und lebt das ganze Jahr über auf derselben Wirtspflanzenart. Die Überwinterung erfolgt im Eistadium. Die glänzend schwarzen Eier befinden sich vorwiegend in der Rinde von einjährigen Trieben oder an der Basis der Knospen. Im Frühling, etwa zum Zeitpunkt des Knospenschwellens, schlüpfen aus den Eiern die Nymphen, die sich innerhalb von 14 Tagen zu flügellosen, grünen Stammmüttern (Fundatrix) entwickeln (Dubnik 1991). Diese bilden auf den Blättern durch ungeschlechtliche Vermehrung (Parthenogenese) in mehreren Generationen (7 bis 17) eine sehr grosse Anzahl an Nachkommen. Ein Teil dieser Nachkommen sind geflügelte Blattläuse, die neue Wirtspflanzen in der näheren Umgebung besiedeln können und so den Befall im Pflanzenbestand verbreiten. Im Herbst entsteht die geschlechtliche Generation. Nach der Begattung der Weibchen durch die Männchen legen die Weibchen befruchtete Eier in die Rinde oder an die Basis der Knospen.

Wirtsspektrum

Zu den Wirtspflanzen der Grünen Apfelblattlaus zählen neben Apfel auch die Birne, die Quitte und der Weissdorn (Dubnik 1991, Sutton et al. 2014).

Vorbeugende Massnahmen und Bekämpfung

  • Eine starke Vermehrung der Grünen Apfelblattlaus kann durch eine konsequente Förderung und Schonung von Nützlinge wie Marienkäfer, Schwebfliegen und Florfliegen verhindert werden (Kühne et al. 2006).
  • Eine direkte Bekämpfungsmassnahme ist die Anwendung von Seifenpräparaten (z. B. Kaliseife), Rapsöl oder Quassia-Extrakten (Neemöl wirkt bei der Grünen Apfelblattlaus nicht, FiBL 2005). Siehe auch Andermatt biocontrol oder Betriebsmittelliste FiBL.
  • Zugelassene Pflanzenschutzmittel zum Schutz der Obstbäume gegen die Grüne Apfelblattlaus (Aphis pomi)  finden sie für die Schweiz unter Agroscope und im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des BLV, für Deutschland in der online Datenbank des BVL und für Österreich im Verzeichnis der zugelassenen Pflanzenschutzmittel des BAES.

Literatur

Dubnik H, 1991. Blattläuse: Artenbestimmung – Biologie – Bekämpfung. Verlag Th. Mann Gelsenkirchen-Buer: 120 S.

FiBL, 2005. Merkblatt. Pflanzenschutz im Biokernobstanbau. 32 Seiten (pdf)

Kühne S, Burth U, Marx P, 2006. Biologischer Pflanzenschutz im Freiland. Eugen Ulmer KG, 288 S.

Sutton TB, Aldwinckle HS, Agnello AM and Walgenbach JF, 2014. Compendium of Apple and Pear Diseases and Pests. Second edition, St. Paul, Minn. The American Phytopathological Society, 218 p.

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