Birnblattgallmücke
cécidomyie des feuilles du poirier (franz.); pear leaf-curling midges (engl.)
wissenschaftlicher Name: Dasineura pyri (Bouché)
Taxonomie: Animalia, Arthropoda, Insecta, Diptera, Cecidomyiidae
Die Birnblattgallmücke (Dasineura pyri) befällt die Blätter des Birnbaums, was zu einem Einrollen der Blattränder führt. Im Inneren der aufgerollten Blätter befinden sich weisse Larven. Birnblattgallmücken sind nur selten schädlich, ausser in Baumschulen oder an jungen Bäumen. Eine direkte Bekämpfung ist meist nicht erforderlch.
Abb. 1. Die eingerollten Blattränder werden durch die Birnblattgallmücke (Dasineura pyri) verursacht.
Schadbild
Die Ränder der jungen Blätter sind gegen die Mitte eingerollt (Abb. 1 und 2). Die Blattränder sind dick und brüchig. Mit der Zeit verfärben sie sich gelb bis rötlich und vertrocknen schliesslich. In den Blattrollen befinden sich weisse Larven (Maden) (Abb. 2). Bevorzugt werden die jüngsten Blätter der Triebspitzen und der Wasserschosse befallen. Da die Birnblattgallmücke mehrere Generationen pro Jahr bildet, können entlang der Triebe unterschiedlich alte Blätter mit Symptomen gefunden werden.
Beschreibung des Schädlings
Die 1.5 bis 2 mm langen Birnblattgallmücken sind braun und haben schwarze Querbänder auf dem Hinterleib (Höhn und Stäubli 1989). Die sehr kleinen Eier sind rötlich. Die weissen Larven (Maden) sind bis zu 2 mm lang und besitzen keine Kopfkapsel.
Lebenszyklus
Die Birnblattgallmücke schlüpft im Frühjahr, zur Zeit der Birnenblüte. Die Weibchen legen bis zu 35 Eier pro Blatt an junge, noch nicht entfaltete Blätter (Sutton et al. 2014). Nach vier bis sechs Tagen schlüpfen die Larven und saugen an den Blättern, was deren Einrollen bewirkt. Nach 10 bis 12 Tagen verlassen die Larven die Blätter, lassen sich auf den Boden fallen, wo sie sich in einem Kokon verpuppen. Manchmal verpuppen sich einige Larven bereits in den Blattrollen. Nach zwei Wochen schlüpfen die adulten Mücken (der ersten Generation) und legen die Eier der zweiten Generation wiederum an nicht entfaltete Blätter an der Triebspitze ab. Je nach Witterung können sich drei bis fünf Generationen pro Jahr entwickeln (Bovey et al. 1979). Die Birnblattgallmücke überwintert als Larve in einem Kokon im Boden unter Birnbäumen und verpuppt sich im Frühjahr (Höhn und Stäubli 1989).
Wirtsspektrum
Birnbaum (Pyrus communis)
Vorbeugende Massnahmen und Bekämpfung
- Nützlinge können durch blühende Pflanzen in der Obstanlage gefördert werden.
- Rechtzeitiges Einsammeln und Vernichten der befallenen Blätter.
- Eine Bodenbearbeitung zerstört die in den Boden eingewanderten Larven. Alternativ kann man den Boden unter einzeln stehenden Bäumen mit einer Schicht larven- und puppenfreier Erde bedecken.
- Die Birnblattgallmücke verursacht nur selten einen wirtschaftlichen Schaden, ausser in Baumschulen oder an jungen Bäumen. Eine direkte Bekämpfung ist deshalb meist nicht nötig. Falls aufgrund des Vorjahresbefalls dennoch eine Behandlung erforderlich ist, muss diese am Ende der Blütezeit durchgeführt werden.
Literatur
Bovey R, Baggiolini M, Bolay A, Bovay E, Corbaz R, Mathys G, Meylan A, Murbach R, Pelet F, Savary A, Trivelli G, 1979. La défense des plantes cultivées. Éditions Payot Lausanne: 864 p.
Höhn H, Stäubli A, 1989. Gallmücken. Landwirtschaft Schweiz Nr. 1-2 und 4, Herausgeber: Schweiz. Zentrale für Obstbau Oeschberg, Koppigen und AMTRA Nyon.
Sutton TB, Aldwinckle HS, Agnello AM, Walgenbach JF, 2014. Compendium of Apple and Pear Diseases and Pests. Second edition, St. Paul, Minn. The American Phytopathological Society, 218 p.


