Anthraknose der Rosen

anthracnose du rosier (franz.); spot anthracnose (engl.)

wissenschaftlicher Name der Hauptfruchtform Elsinoë rosarum Jenkins & Bitanc.
und der Nebenfruchtform: Sphaceloma rosarum (Pass.) Jenkins
Synonyme der Nebenfruchtform: Phyllosticta rosarum Pass., Erb.; Gloeosporium rosarum (Pass.) Grove

Taxonomie: Fungi, Ascomycota, Pezizomycotina, Dothideomycetes, Myriangiales, Elsinoaceae

Der Erreger der Anthraknose an Rosen, auch Ringflecken- oder Purpurfleckenkrankheit genannt, verursacht auf den Blättern dunkelrote bis violette Flecken mit hellbrauner Mitte. Der Pilz befällt auch die grüne Rinde der Jahrestriebe und die Blütenstängel. Ein starker Befall führt zum Abfallen der Blätter und zur Schwächung der Rosenstöcke.

Anthraknose (Sphaceloma rosarum)Abb. 1. Anthraknose der Rosen (Sphaceloma rosarum)

Abb. 2. Schadbild der Anthraknose: rotbraune bis dunkelviolette Flecken mit hellbraunem bis grauem Zentrum

Schadbild

Die Blattflecken sind auf dem Blatt zerstreut verteilt oder gruppiert, manchmal verschmelzen sie miteinander. Auch Triebe werden befallen. Normalerweise sind sie kreisförmig und haben einen Durchmesser von bis zu 5 mm. Junge Flecken sind rotbraun bis dunkelviolett (Abb. 1 und 2). Mit fortschreitender Entwicklung werden die Flecken im Zentrum hellbraun bis grau mit einem dunkelroten bis violetten Rand. Das Gewebe im Zentrum wird zu einer papierartigen Membran, die ausfallen und Löcher hinterlassen kann. Im Zentrum erscheinen Sporen produzierende Acervuli, die als kleine schwarze Punkte sichtbar sind.
Kann leicht mit dem Sternrusstau oder mit den Cercospora-Blattflecken verwechselt werden.

Pathogen

Die Acervuli von S. rosarum sind gelb-braun und im Durchmesser 28-130 µm gross (Bagsic et al. 2015). Die beobachteten Konidienträger messen etwa 7.7- 14 x 2.3-3 µm und tragen 5.9-7.4 x 2.8-5.5 µm grosse, einzellige Konidien. Die Ascosporen sind 10-14 x 5-7 µm gross.

Lebenszyklus

Der Pilz überwintert auf infizierten Blättern und Stängeln, wobei im zeitigen Frühjahr und im Sommer kontinuierlich Konidien gebildet werden. Die Ausbreitung der Sporen erfolgt hauptsächlich durch Regen und Bewässerung. Die Krankheit tritt besonders während feuchter Wetterperioden auf.

Wirtsspektrum

Rosen (Rosa spp.)

Vorbeugende Massnahmen und Bekämpfung

  • Durch genügend grosse Pflanzabstände und einen richtigen Frühjahrsrückschnitt für eine ausreichende Durchlüftung sorgen, so dass die Blätter gut abtrocknen können.
  • Befallene Pflanzenteile aus dem Beet entfernen und entsorgen

Literatur

Horst RK, Cloyd RA, 2007. Compendium of Rose Diseases and Pests. Second edition. The American Phytopathological Society, 83 p.

Bagsic I, Linde M, Debener T, 2016. Genetic diversity and pathogenicity of Sphaceloma rosarum (teleomorph Elsinoë rosarum) causing spot anthracnose on roses. Plant Pathology 65, 978–986.

 

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.