Ramularia - Blattflecken

Ramulariose de la betterave (franz.); Ramularia leaf spot (engl.)

wissenschaftlicher Name: Ramularia beticola Fautrey & Lambotte

Taxonomie: Fungi, Ascomycota, Pezizomycotina, Dothideomycetes, Dothideomycetidae, Capnodiales, Mycosphaerellaceae

Ramularia beticola befällt Zuckerrüben, Futterrüben, Rote Beete (Randen) sowie Mangold (Krautstiel) vorwiegend während kühler, feuchter Jahre. Der Pilz verursacht hellbraune Blattflecken auf den Blättern. Die Symptome werden oft mit denjenigen der Cercospora-Blattflecken verwechselt. Ramularia-Blattflecken sind im Allgemeinen grösser, heller und haben eine unregelmässigere Form. Beide Blattfleckenerreger können mit den gleichen Massnahmen oder Mitteln eingedämmt oder bekämpft werden.

Ramularia beticola

rbe zr_11_4

rbe zr_12_3

rbe zr_12_7
Abb. 1. Ramularia Blattflecken an Zuckerrüben (Ramularia beticola)

Krankheitsbild

Die von Ramularia beticola verursachten Blattflecken sind hellbraun und befinden sich vorwiegend an älteren Blättern (Abb. 1). Im Vergleich mit den Cercospora-Blattflecken sind sie eher grösser (4-7 mm Durchmesser) und meist eckig begrenzt. Die Umrandung der Flecken ist heller als bei Cercospora und das abgestorbene Gewebe im Zentrum kann herausbrechen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit bildet sich in der Mitte der Blattflecken ein dichter Rasen bestehend aus weissen Sporenträgern (Abb. 2). Stark befallene Blätter werden gelb und sterben ab. Es werden neue Blätter gebildet und der Rübenkopf wird erhöht.
Verwechslung: Die Symptome sind den Cercospora-Blattflecken sehr ähnlich. Die beiden Krankheiten können eindeutig voneinander unterschieden werden, sobald sie sporulieren. Cercospora beticola bildet auf den Flecken schwarze Stromata, die als kleine Punkte sichtbar sind. Ramularia beticola hingegen produziert in Gruppen angeordnete, weisse bis graue Sporenträger.

Pathogen

Die kurzen, weissen Sporenträger der R. beticola sind in Büscheln angeordnet (Abb. 2 und 3) und wachsen aus den Spaltöffnungen. Die Konidien (Abb. 4) sind hyalin, zylindrisch und messen 1.5 x 8.2 µm (Harveson et al. 2009). Sie sind typischerweise zweizellig (gelegentlich auch ein- oder dreizellig). Die Konidien wachsen oft in kurzen Ketten.

Sporenträger der Ramularia beticola

Sporenträger der Ramularia beticola
Abb. 2. In Büscheln angeordnete Konidienträger der Ramularia beticola, die auf den Blattflecken einen dichten weissen Rasen bilden.

Sporenträger der Ramularia beticola

Sporenträger der Ramularia beticola
Abb. 3. In Büscheln angeordnete Sporenträger der Ramularia beticola 

Konidien der Ramularia beticola
Abb. 4. Konidien der Ramularia beticola

Lebenszyklus und Epidemiologie

Der Erreger der Ramularia-Blattflecken überwintert auf infizierten Pflanzenrückständen und Rübenköpfen im Boden. Eine Samenübertragung ist möglich, ist aber von untergeordneter Bedeutung. Die Sporen (Konidien) werden durch Wind und Regenspritzern verbreitet und gelangen auf Rübenblätter. Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit und relativ tiefen Temperaturen von 17-20 °C (Harveson et al. 2009) keimen die Sporen und infizieren die Rübenblätter über die Spaltöffnungen (Stomata). Nach 16 bis 18 Tagen bei 17 °C (Harveson et al. 2009) erscheinen die ersten Blattflecken, wo wiederum Konidien auf Konidienträgern gebildet werden.
Die Krankheit tritt vorwiegend während feuchter, kühler Jahre auf. Ramularia-Blattflecken entwickeln sich schon bei tiefen Temperaturen und erscheinen deshalb etwas früher als Cercospora-Blattflecken (Häni et al. 2008). Dicht stehende Zuckerrüben fördern die Entwicklung des Erregers und vergrössern den Schaden.

Wirtsspektrum

Zu den Wirtspflanzen der R. beticola zählen: Zucker- und Futterrüben (Runkelrüben), Rote Beete (Randen) sowie Stielmangold (Krautstiel).

Vorbeugende Massnahmen und Bekämpfung

  • Ernterückstände entfernen oder tief unterpflügen (Heitefuss et al. 1993)
  • In einer engen Fruchtfolge kann sich ein hohes Infektionspotential aufbauen. Deshalb einen genügend langen, zeitlichen Abstand zwischen den Rübenkulturen einhalten!.
  • Resistente oder wenig anfällige Sorten wählen (Sortenliste Zuckerrüben für die Schweiz)
  • Nicht zu dichte Bestände anstreben
  • Empfohlene und zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen den Ramularia Blattfleckenerreger finden sie für die Schweiz im BLW Pflanzenschutzmittelverzeichnis (Bundesamt für Landwirtschaft); für Deutschland in der online Datenbank des BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) und für Österreich im Pflanzenschutzmittelregister des BAES (Bundesamt für Ernährungssicherheit).

Literatur

Heitefuss R, König K, Obst A, Reschke M, 1993. Pflanzenkrankheiten und Schädlinge im Ackerbau. DLG-Verlags-GmbH

Häni FJ, Popow G, Reinhard H, Schwarz A und Voegeli U, 2008. Pflanzenschutz im nachhaltigen Ackerbau. Edition LMZ, 7. Auflage. 466 S.

Harveson RM, Hanson LE, Hein GL, 2009. Compendium of Beet Diseases and Pests. The American Phytopathological Society, Auflage 2: 140 S

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.