Birnengallmücke

cécidomyie des poirettes (franz.); pear midge (engl.)

wissenschaftlicher Name: Contarinia pyrivora (Riley)

Taxonomie: Animalia, Arthropoda, Insecta, Diptera, Cecidomyiidae

Die gelblichweissen Larven der Birnengallmücke (Contarinia pyrivora) zerstören das Innere von jungen Früchten. Befallene Birnen wachsen zuerst ungewöhnlich schnell, sind oft deformiert und rötlich. Später stoppt das Wachstum der befallenen Früchte. Diese verfärben sich schwarz und fallen vorzeitig ab.
Eine direkte Bekämpfung ist bei reichem Blütenansatz meistens nicht nötig. Das Einsammeln und Entsorgen von befallenen Früchten kann den Befall im Folgejahr verringern.

Birnengallmuecke (Contarinia pyrivora)
Birnengallmuecke (Contarinia pyrivora)Abb. 1. Schwarz verfärbte Birnen nach einem Befall durch die Birnengallmücke (Contarinia pyrivora)

Abb. 2. Anfangs- und Endstadium des Schadens der Birnengallmücke; im schwarz verfärbtem Inneren der Früchte befinden sich zahlreiche gelblichweisse Larven

Schaden

Die befallenen Birnen wachsen ungewöhnlich schnell und sind deshalb oft grösser und rundlicher als die nicht befallenen, zum Teil sind sie auch deformiert und rötlich (Bovey et al. 1979; Höhn und Stäubli 1989). Im Inneren der jungen Früchte befinden sich zahlreiche weisse Larven (Maden). Später stoppt das Wachstum der befallenen Früchte. Sie verfärben sich zuerst innen und dann aussen schwarz und fallen ab, wenn sie ungefähr 2 cm groß sind. Oft platzen die Früchte auf.

Beschreibung des Schädlings

Die Birnengallmücken sehen den Stechmücken ähnlich und sind etwa 2 mm lang. Der Körper ist schwarzbraun, die Flügel sind durchscheinend und zeigen deutliche Längsadern (Sutton et al. 2014). Die Larven (Maden) sind weiss bis gelblich, haben keinen sichtbaren Kopf und keine Beine. Das vordere Ende der Made ist zugespitzt, das hintere ist stumpf.

Lebenszyklus

Die Birnengallmücken überwintern im Puppenstadium im Boden. Im April erscheinen die erwachsenen (adulten) Mücken. Die Eiablage erfolgt in die noch geschlossenen Blütenknospen, sobald die weiße Spitze der Blütenblätter sichtbar wird. Die Weibchen legen etwa 20 bis 30 Eier zwischen die Blütenblätter (Kühne et al. 2006). Nach 4 bis 7 Tagen schlüpfen die Larven und wandern in den Fruchtknoten, wo sie das Innere der jungen Früchte fressen.
Nach etwa sechs Wochen ist die Larvenentwicklung abgeschlossen. Die Larven verlassen die Früchte oder bleiben in der Frucht bis diese auf den Boden fällt. Sie graben sich etwa 8 cm in den Boden und spinnen sich in einen Kokon ein. Später verpuppen sie sich und überwintern in diesem Stadium.
Die Birnengallmücke macht nur eine Generation pro Jahr.

Wirtsspektrum

Birnbaum (Pyrus communis)

Vorbeugende Massnahmen und Bekämpfung

  • Weniger anfällige Sorten anbauen: Früh oder spät blühende Sorten werden in der Regel weniger befallen.
  • Befallene Früchte einsammeln und entsorgen (vor allem im Hausgarten eine geeignete Massnahme), damit wird ein möglicher Befall im nächsten Jahr eingeschränkt.
  • Förderung von Nützlingen durch blühende Pflanzen in der Obstanlage und das Aufstellen von Nistkästen für Vögel.
  • Eine flache Bodenbearbeitung im Sommer bringt die Kokons an die Oberfläche, so dass diese vertrocknen.
  • Eine direkte Bekämpfung ist bei reichem Blütenansatz meistens nicht nötig. Bei schwachem Fruchtansatz und starkem Vorjahresbefall sind allerdings Ertragsverluste möglich. Falls eine Behandlung aufgrund des Vorjahresbefalls angezeigt ist, muss sie unmittelbar vor der Blüte durchgeführt werden.

Literatur

Bovey R, Baggiolini M, Bolay A, Bovay E, Corbaz R, Mathys G, Meylan A, Murbach R, Pelet F, Savary A, Trivelli G, 1979. La défense des plantes cultivées. Éditions Payot Lausanne: 864 p.

Höhn H, Stäubli A, 1989. Gallmücken. Landwirtschaft Schweiz Nr. 1-2 und 4, Herausgeber: Schweiz. Zentrale für Obstbau Oeschberg, Koppigen und AMTRA Nyon.

Kühne S, Burth U, Marx P, 2006. Biologischer Pflanzenschutz im Freiland. Eugen Ulmer KG, 288 S.

Sutton TB, Aldwinckle HS, Agnello AM, Walgenbach JF, 2014. Compendium of Apple and Pear Diseases and Pests. Second edition, St. Paul, Minn. The American Phytopathological Society, 218 p.